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Das Ernährungskonzept zur Modulation kardiovaskulärer Risikofaktoren (MoKaRi)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen inzwischen zu den größten gesundheitlichen Bedrohungen der modernen Gesellschaft. Kardiovaskuläre Erkrankungen sind in Deutschland für mehr als 40 % aller Todesfälle verantwortlich und stellen damit die Haupttodesursache in Deutschland dar. Allein in Deutschland sterben rund 350.000 Menschen jährlich an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Fast die Hälfte dieser Todesfälle wäre durch eine ausgewogene Ernährung vermeidbar.

Charakteristisch für die Ernährung der westlichen Industrieländer ist eine zu hohe Aufnahme von Kalorien, Salz, Fett und insbesondere gesättigten Fettsäuren sowie einfachen Zuckern, während der Konsum von einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFA) und mehrfach ungesättigten n-3 Fettsäuren (n-3 PUFA), Ballaststoffen, Fisch, Gemüse, Obst sowie Vitamin D und Kalium unzureichend ist.

Vor diesem Hintergrund wurde das Konzept zur Modulation kardiovaskulärer Risikofaktoren (MoKaRi) in der ersten Förderphase des Kompetenzclusters für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (nutriCARD) Halle-Jena-Leipzig entwickelt und durch eine Humanstudie mit 60 Probanden über 20 Wochen wissenschaftlich validiert.

Wodurch zeichnet sich das MoKaRi-Konzept aus?

Das MoKaRi-Konzept entspricht einer vollwertigen Ernährung und basiert auf den Empfehlungen der Fachgesellschaften. Im Detail bedeutet MoKaRi vor allem, dass nicht mehr Energie mit Mahlzeiten und Getränken zugeführt wird, als der Körper benötigt. Zudem werden max. 55 % der täglichen Energie in Form von ballaststoffreichen Kohlenhydratquellen, wie Vollkornnudeln, -reis und -brot aufgenommen. Durch reichlichen Verzehr von Gemüse, Vollkornvarianten, Nüssen, Samen und Obst werden täglich 40 bis 50 g Ballaststoffe verzehrt. Diese machen satt und tragen außerdem zur Prävention von Darmkrebs bei.

In Anlehnung an die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Eiweißquellen wie Käse, Quark, Fisch, Eier oder Fleisch ca. 15 % der täglichen Energie liefern, während Fette und Öle den täglichen Energiebedarf zu 30 % decken sollten. Wichtig dabei war, dass das täglich konsumierte Nahrungsfett weniger als ein Drittel gesättigte Fettsäuren (SFA, ≤ 7 Energie %) liefert, die vor allem in z.B. Wurst, Käse oder Butter zu finden sind. Der Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFA) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) aus bspw. Pflanzenölen, wie Oliven-, Raps-, Hanf- oder Leinöl sollte mehr als zwei Drittel ausmachen. Durch den Verzehr von fettreichen Kaltwasserfischen, wie Hering, Lachs, Makrele, und Sardine, oder Meeresalgen wurden in der MoKaRi-Studie ca. 500 mg langkettige Omega-3 Fettsäuren pro Tag aufgenommen. Die Hälfte des Probandenkollektivs verzehrte zudem täglich 10 ml Fischöl (Aufnahme von nochmals 3 g langkettigen n-3 PUFA/d).

Während Gemüse, Obst und andere ballaststoffreiche Lebensmittel durch die Pläne vermehrt verzehrt wurden, galt es die Zufuhr von Salz und einfachen Zuckern sowie stark verarbeiteten, kalorienreichen und nährstoffarmen Lebensmitteln (Fastfood, Fertigprodukte) zu minimieren. Hierzu gehörte auch der Verzicht auf zuckergesüßte Getränke.

Die Tagespläne enthielten Vorgaben für alle Mahlzeiten des Tages (Frühstück, Snack am Vormittag, Mittag, Snack am Nachmittag, Abendessen, Trinkempfehlungen) und entsprechen den MoKaRi-Kriterien, sodass die praktische Umsetzung der Empfehlungen in den Alltag ermöglicht wurde. Die Pläne wurden in mehreren Energiestufen entwickelt, um die unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen, aber auch Einflussfaktoren wie Alter und körperlicher Aktivität zu berücksichtigen. Insgesamt wurden für die 20 Studienwochen 140 Tagespläne in acht Energiestufen ausgearbeitet.

Im Studienzeitraum erhielten die Teilnehmer (Einschlusskriterien: LDL-Cholesterol > 3 mmol/l, keine Einnahme von Lipidsenkern) die nährstoffoptimierten Menüpläne sowie ausgewählte Studienlebensmittel (Olivenöl, Nussmischung). Außerdem erfolgten Ernährungsberatungen, Gesundheitschecks, inkl. der Erstellung eines kardiovaskulären Risikoprofils sowie Blutabnahmen im 14tägigen Abstand (Nachbeobachtung: 20 Wochen). Die Intervention wurde durch ein wöchentliches Sportangebot komplettiert.

Die Ergebnisse der MoKaRi-Studie

Eine konsequente Umsetzung der MoKaRi-Ernährungsvorgaben resultierte in einer effizienten Senkung kardiovaskulärer Risikofaktoren, wie dem Gesamtcholesterol sowie der LDL-Cholesterol- und Triglyzeridkonzentrationen und dem LDL/HDL-Verhältnis. Gleichzeitig war eine signifikante Reduktion des Blutdrucks, des Langzeitblutzuckers und des Körpergewichts zu beobachten, wobei insbesondere der Körperfettanteil sank.

Das Ernährungskonzept MoKaRi eignet sich zur Prävention für Menschen mit Lipidstoffwechselstörungen sowie als Therapieunterstützung für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Die Studienergebnisse zeigen, dass eine Umstellung der Ernährung nach den MoKaRi-Kriterien dazu führt, kardiovaskuläre Risikofaktoren effizient zu senken.

 

Kontakt

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Dr. Christine A. Dawczynski

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